Markt­tag bei Net­to — Mul­ti­sen­so­ric Sto­ry­tel­ling

Markt­tag bei Net­to — Mul­ti­sen­so­ric Sto­ry­tel­ling

Die Ansprü­che an Cor­po­ra­te Iden­ti­ty respek­ti­ve an das Design neh­men ste­tig zu. Schuld dar­an ist der Kon­su­ment. Wo sich noch vor weni­gen Jah­ren, eine Mar­ke spie­lend leicht Zugang zum Kun­den ver­schaf­fen konn­te, steht sie heu­te vor einem gro­ßen Pro­blem.

Der Kon­su­ment ist kri­ti­scher gewor­den. Infor­ma­ti­ons­über­fluss und stän­di­ge Ver­net­zung, Erreich­bar­keit sowie in gewis­ser Maßen auch eine unter­schwel­li­ge Abhän­gig­keit von mobi­len Gerä­ten här­ten den Ver­brau­cher ab. “25% AUF ALLES!” Die­se Aus­sa­ge ist zwar wer­big und akti­viert das zen­tra­le Beloh­nungs­sys­tem im Gehirn. Ziel­grup­pe: Schnäpp­chen­jä­ger. Voll­tref­fer. Aller­dings ver­blasst die­se Wir­kung schnell, wenn vor jedem zwei­ten Geschäft, an jedem zwei­ten Regal und auf jedem zwei­ten Pro­dukt ein “25% Rabatt” Hin­weis dar­ge­stellt wird.

Die Mult­sen­so­rik löst die Rabatt­be­schil­de­rung zuneh­mend ab. Kon­su­men­ten wol­len authen­ti­sche Inter­ak­tio­nen mit Mar­ken. Intel­li­gen­tes Sto­ry­tel­ling und die umfas­sen­de Ver­net­zung, die Nähe zum Ziel­kun­den sowie die Nähe zum ihm, sind Schlüs­sel­fak­to­ren. Key Fac­ts für eine Omnich­an­nel Stra­te­gie, für eine ech­te Custo­mer Expe­ri­ence.

 

Mar­kenslo­gan, Markt­tag und Sto­ry­tel­ling

Slo­gans sind gut. Beson­ders, wenn bei ihrer Ent­ste­hung alle Regis­ter der Wer­be­wir­kungs­for­schung gezo­gen wer­den. Noch bes­ser ist es jedoch, die Geschich­te dahin­ter zu erzäh­len. Ver­brau­chen möch­ten nicht nur mit Flos­keln bedient wer­den, sie erwar­ten Mehr­wert und seh­nen sich nach Nähe zum Unter­neh­men. Sie stär­ken ihre Iden­ti­fi­ka­ti­on mit einer Mar­ke und ent­wi­ckeln eine star­ke Loya­li­tät. Wo kommt das Pro­dukt her? “Hier weiß man, von wem es kommt.” (Net­to). Jeder bevor­zugt Pro­duk­te aus sei­ner Regi­on. Wie sieht der Bau­ern­hof aus, vom dem ich die Kar­tof­feln kau­fen soll? Der Lebens­mit­tel­ein­zel­händ­ler “Net­to” macht sich genau das zur Auf­ga­be. Kun­den­nä­he auf­bau­en, Trans­pa­renz schaf­fen und die Inter­ak­ti­on mit dem Kun­den ste­tig ver­bes­sern. Das alles ver­birgt sich hin­ter der neu­en Han­dels­mar­ke “Markt­tag”. Pro­duk­te von “Mark­tag” ver­fü­gen über einen QR-Code. Wird die­ser vom Kun­den mit sei­nem Smart­pho­ne gescannt, erfolgt direkt eine Wei­ter­lei­tung zu Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen. Sto­ry­tel­ling ohne dass sich der Kun­de bewusst mit einer Sto­ry aus­ein­an­der­set­zen muss. Ein­fach. Schnell. Effek­tiv.

Der Trend geht wie­der von online zu off­line

Lan­ge Zeit schie­nen die Stun­den des sta­tio­nä­ren Han­dels gezählt. Online-Shops, E-Com­mer­ce und Inter­net­markt­plät­ze schos­sen über­all auf der Welt aus dem Boden. Wer soll sich denn in Zukunft noch durch vol­le Geschäf­te drän­gen, immer in Eile noch vor Laden­schluss das Geschäft zu errei­chen um dann letzt­end­lich fest­zu­stel­len, dass das gewünsch­te Pro­dukt gar nicht vor­rä­tig ist. Also: Online ein­kau­fen. Bequem von Zuhau­se aus, kei­ne über­füll­ten Geschäf­te, Pro­duk­te immer ver­füg­bar — ein Klick weit ent­fernt.

Das war mit Sicher­heit lan­ge Zeit die all­ge­mein gül­ti­ge Mei­nung. Ohne Fra­ge, die­se hält auch heu­te noch an, wie man deut­lich am Bei­spiel Ama­zon erken­nen kann. Jedoch zeich­net sich ein star­ker Trend hin zu off­line ab — also hin zum rea­len Laden­ge­schäft. Dort wo man Pro­duk­te noch anfas­sen kann und wo man sich von einem ech­ten Men­schen bera­ten las­sen kann. Jemand der kei­ne stan­dar­di­sier­ten Chat­bot Ant­wor­ten von sich gibt. Ein ech­ter Mehr­wert, den Ver­brau­cher wie­der zu schät­zen ler­nen. Ok, so attrak­tiv ist das alles dann doch nicht — vor allem wenn der Mensch bereits an die Vor­tei­le eines ver­net­zen Lebens gewöhnt ist. Die Lösung liegt dem­nach auf der Hand. Moder­ne sta­tio­nä­re Laden­ge­schäf­te set­zen zuneh­mend auf Mul­ti- bzw. Omnich­an­nel-Lösun­gen, die den Kon­su­men­ten vir­tu­el­le Wel­ten in die rea­le trans­por­tie­ren. Fle­xi­bi­li­tät, Aktua­li­tät und die moder­ne Kun­den­ori­en­tie­rung im digi­ta­len Point of Sale.

  • Vir­tu­el­le Umklei­de­ka­bi­nen
  • Smart Mir­rors mit direk­ter Face­book-Post Funk­ti­on
  • etc.

Der Han­del lebt noch. Aber die größ­te Arbeit steht noch bevor: dem Kun­den eine mul­ti­sen­so­ri­sche Custo­mer Jour­ney anzu­bie­ten.
Eine Über­ra­schung für den Kun­den könn­te der Anfang sein oder bes­ser gesagt eine Über­ra­schung für sei­ne Sin­ne.