Weih­nach­ten — Zeit für “Sto­ry­tel­ling” 2017

Weih­nach­ten — Zeit für “Sto­ry­tel­ling” 2017

Nur noch zwei Wochen, dann ist Weih­nach­ten. Die Advents­zeit ver­kör­pert sinn­lich die roman­tischs­te Zeit des Jah­res. Gär­ten, Häu­ser und Zim­mer sind deko­riert und wo man nur hin­sieht leuch­ten Lich­ter­ket­ten. Selbst­ver­ständ­lich weiß auch die Wer­bung, wie sich die­se Stim­mung zunut­ze machen lässt.

Für kei­ne Jah­res­zeit und für kein kalen­da­ri­sches Ereig­nis wird in Deutsch­land mehr Geld in Wer­be­ak­ti­vi­tä­ten und Kam­pa­gnen gesteckt, als in der besag­ten Weih­nachts­zeit. Der Ein­zel­han­del inves­tiert viel, pokert hoch und spe­ku­liert auf einen spek­ta­ku­lä­ren Jah­res­end­spurt mit sat­ten Gewin­nen. Und: Alle machen mit!

Vira­le Weih­nachts­kam­pa­gnen 2017

Im direk­ten Ver­gleich der ein­zel­nen Weih­nachts­kam­pa­gnen offen­ba­ren sich diver­se Gestal­tungs­mög­lich­kei­ten aus Sicht des Neu­ro­mar­ke­ting.
Wer hat den schöns­ten Weih­nachts­clip, wer war am krea­tivs­ten und wel­che Weih­nachts­wer­bung ver­brei­tet sich am meis­ten und am schnells­ten? Die Schlacht um die Kon­su­men­ten­auf­merk­sam­keit hat begon­nen — ein audio­vi­su­el­ler Wett­be­werb der Han­dels­un­ter­neh­men respek­ti­ve deren Krea­ti­va­gen­tu­ren.

Ede­ka: “Weih­nach­ten 2117”

Der größ­te deut­sche Lebens­mit­tel­ein­zel­händ­ler hat bereits im Jahr 2015 eine vira­le Weih­nachts­kam­pa­gne der Super­la­ti­ve umge­setzt. Unter dem Hash­tag #heim­kom­men gelang es Ede­ka eine Geschich­te zu erzäh­len, die jede emo­tio­na­le Ziel­grup­pe anspricht. Egal auf wel­chem Kon­ti­nent.
Der Spot #heim­kom­men ist noch heu­te in den Köp­fen der Kon­su­men­ten ver­an­kert. Heu­te, zwei Jah­re spä­ter hat der vira­le Clip mehr als 58 Mio. Auf­ru­fe (Stand: 09.12.2017) auf You­Tube.

Ede­ka: .……video #Zeit­schen­ken [2016]

Ede­ka: .……video #heim­kom­men [2015]

Ede­ka: .……video #Kas­sen­sym­pho­nie [2014]

Im Jahr 2017 setzt Ede­ka auf aktu­el­le The­men der Digi­ta­li­sie­rung sowie der künst­li­chen Intel­li­genz und schickt den Betrach­ter auf eine Rei­se ins Jahr 2117. Wie wird unse­re Welt in 100 Jah­ren aus­se­hen? Wie wird dann Weih­nach­ten gefei­ert? Im dies­jäh­ri­gen Weih­nachts­film spie­len Robo­ter die Haupt­rol­le. Die Men­schen wur­den von den Maschi­nen in die Wäl­der ver­drängt und leben dort abge­schie­den für sich. Robo­ter sind offen­sicht­lich gefühl­los, sie fei­ern kein Weih­nachts­fest. Alle bis auf einen. Ein Robo­ter, der ein Film­pla­kat des Films “Wun­der­ba­re Weih­nach­ten” ent­deckt und plötz­lich ein Gefühl ver­spürt. Ein Gefühl von Lie­be? Er macht sich auf der Suche nach Lie­be, nach dem Fest der Lie­be, nach Weih­nach­ten.

Ver­öf­fent­licht am 28.11.2017
Klicks auf You­Tube (Stand: 09.12.2017): 3.578.265

Nein, um Lebens­mit­tel­pro­duk­te geht es in die­sem Weih­nachts­film wie­der nicht. Genau­so wie bereits im Film #heim­kom­men. Aber müs­sen wirk­lich immer Pro­duk­te bewor­ben wer­den um das Inter­es­se der Kon­su­men­ten zu wecken? Die Ant­wort ist ein­fach: Nein!

Aus dem Blick­win­kel des Neu­ro­mar­ke­ting ist der mit­füh­len­de, uner­müd­lich suchen­de Robo­ter der Held. Ein Arche­typ der auf der Suche ist. Er ist bestrebt ein für ihn unbe­kann­tes Ziel zu errei­chen und sei­ne gewohn­te Welt zu ver­las­sen. Der Plot “Lie­be” steht hier­bei im Zen­trum des Gesche­hens. Ein star­ker Plot. Viel­leicht sogar einer der stärks­ten über­haupt. Denn Lie­be ist inter­na­tio­nal, sie ist mul­ti­lin­gu­al und sie steckt in jedem Men­schen. Ziel­grup­pen­un­ab­hän­gig und von Geburt an.
Ja, eines der ers­ten Gefüh­le eines Kin­des nach der Geburt, ist die Lie­be zu sei­ner Mut­ter.
Am Ende des Weih­nachts­films kom­men dann doch noch die ech­ten Men­schen ins Spiel. Denn der Maschi­nen­mensch hat die Lie­be gefun­den. Bei den Men­schen, die das Fest der Lie­be fei­ern.

Ede­ka rollt auf Basis des auf­wän­di­gen und teu­ren Weih­nachts­film noch eine Rei­he simp­ler TV-Spots mit Robots aus — stets unter dem Mot­to “Was ist Lie­be”. In punc­to Emo­tio­na­li­tät und Sto­ry­tel­ling kom­men die Ein­zel­clips selbst­ver­ständ­lich nicht an den Mut­ter­film her­an. Die Klick­zah­len spre­chen für sich.

Ver­öf­fent­licht am 06.11.2017
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Lidl: “Weih­nach­ten muss nicht teu­er sein”

Ein deut­scher Dis­coun­ter ver­öf­fent­lich­te promt eine vira­le Per­si­fla­ge Edeka’s Weih­nachts­kam­pa­gne. So greift Lidl, mit abso­lu­tem Per­fek­tio­nis­mus bis ins kleins­te Detail, die Inhal­te des Ede­ka-Spots auf macht die­sen ein­fach nach. Aller­dings mit einem ent­schei­den­den Unter­schied: Der Lidl spott ist rela­tiv bil­lig pro­du­ziert — und so soll er auch wir­ken. Denn die Aus­sa­ge des Lidl Weih­nachts­films ist ganz klar “Weih­nach­ten muss nicht teu­er sein” und “Wir glau­ben, man kann auch Men­schen mit klei­nem Bud­get glück­lich machen”. Ein kla­res State­ment an den Kon­su­men­ten.

Ver­öf­fent­licht am 06.12.2017
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Ist das nun eine pein­li­che Kopie des ver­meint­li­chen Ede­ka-Klas­si­kers oder viel­leicht sogar eine unkrea­ti­ve Art und Wei­se, einen Kon­kur­ren­ten am Lebens­mit­tel­ein­zel­han­dels­markt zu par­odie­ren? Gut. Die einen sagen so, die ande­ren so.
Fest steht, das Film­set­ting ist kom­plett selbst gebas­telt. Die Film­fi­gu­ren bestehen aus Pap­pe. Der Robo­ter als Haupt­dar­stel­ler, ist ein Dar­stel­ler in einem sicht­bar min­der­wer­ti­gen Robo­ter­kos­tüm. Die Film­mu­sik ist schnell mal eben selbst ein­ge­sun­gen. Und genau das trifft die Aus­sa­ge, dass es nicht immer teu­er sein muss.

Der gro­ße Unter­schied — Lidl bewirbt im Film sei­ne Pro­duk­te. Ede­ka ver­zich­tet kon­se­quent dar­auf. Im Lidl-Film kommt der Robo­ter mit einer Papier­tü­te vol­ler Lidl-Pro­duk­te zum Weih­nachts­fest­essen. Das State­ment: „Weih­nach­ten muss nicht teu­er sein“. Aller­dings sind die Klick­zah­len des Lidl-Clips im Ver­gleich zum Ede­ka-Clip eher beschei­den und auch die Anzahl der nega­ti­ven Kom­men­ta­re spricht eine deut­li­che Spra­che. Dass die­se kos­ten­güns­ti­ge Form der Par­odie eben auf die kos­ten­güns­ti­ge­ren Pro­duk­te impli­zit hin­wei­sen soll, kommt lei­der bei vie­len Rezi­pi­en­ten nicht wirk­lich an.

OTTO: “Gemein­sam wird’s Weih­nach­ten”

Der Ver­sand­händ­ler OTTO setzt nach dem Film #Zeit­Ge­schenk im Jahr 2016, die­ses Jahr auf die Plots “zusam­men­kom­men” und “mit­ein­an­der” von Frem­den.

Ein Frem­der wird auf­ge­nom­men. Gera­de in der heu­ti­gen Zeit ein aktu­el­les The­ma. Das beson­de­re dar­an, im OTTO-Film ist der Frem­de ein Euro­pä­er. 2017 spielt der Weih­nachts­film spielt in den Ber­gen Boli­vi­ens. Das ist unge­wöh­lich für ein deut­sches Weih­nachts­vi­deo. Schnee? Fehl­an­zei­ge. Ein Bus mit Men­schen, die nach Hau­se fah­ren wol­len, denn es ist Weih­nach­ten. Und dann ist aus­ge­rech­net ein Erd­rutsch Schuld, dass die­se Bus­in­sas­sen nicht wei­ter kom­men — das Weih­nachts­fest ist in gro­ßer Gefahr.

Ver­öf­fent­licht am 17.11.2017
Klicks auf You­Tube (Stand: 09.12.2017): 3.061.929

Doch was ein Glück. Zufäl­lig ist der Bus mit Weih­nachts­de­ko­ra­ti­on aus­ge­stat­tet und auch ein Weih­nachts­baum auf dem Dach­trä­ger ist mit an Board. Kein Pro­blem. Dann fei­ern ein­fach alle, die nicht nach Hau­se kom­men Weih­nach­ten. Egal mit wem. Haupt­sa­che nicht allein.

Nes­pres­so: “Joy In Every Cup”

Knall­bun­te Far­ben und eine pop­pi­ge Pro­dukt­po­si­tio­nie­rung zu Weih­nach­ten.
Alles dreht sich um das zen­tra­le Ele­ment. Die Insze­nie­rung der Nes­pres­so-Kap­seln. Die­ses Jahr wur­de die Nes­pres­so Weih­nacht­se­di­ti­on von den Gra­fi­kern Craig Red­man und Karl Mai­er gestal­tet. Das Mot­to: “Freu­de in jeder Tas­se”, denn neben Lie­be spielt natür­lich auch die Freue am Fest der Lie­be eine gro­ße Rol­le. Ein­fa­che For­men und bun­te Mus­ter so sieht Weih­nach­ten nach Nes­pres­so-Geschmack aus.

Ver­öf­fent­licht am 29.10.2017
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Das Mot­to: “Freu­de in jeder Tas­se”, denn neben Lie­be spielt natür­lich auch die Freue am Fest der Lie­be eine gro­ße Rol­le. Ein­fa­che For­men und bun­te Mus­ter so sieht Weih­nach­ten nach Nes­pres­so-Geschmack aus.

H&M: “A Magi­cal Holi­day”

H&M setzt in sei­nem bild­ge­wal­ti­gen Weih­nachts­film auf pro­mi­nen­te Gesich­ter und trans­fe­riert die­se in ein Par­al­lel­uni­ver­sum. Dort herrscht kei­ne hei­le Weih­nachts­welt. Nein, in die­ser Welt wird Weih­nach­ten von einem bösen San­ta bedroht.
Der Spot ist völ­lig anders als all die emo­tio­na­len Weih­nachts­fil­me die sich aktu­ell viral ver­brei­ten.

Ver­öf­fent­licht am 28.11.2017
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Eine Gute-Nacht-Geschich­te von H&M — phan­ta­sie­voll mit bekann­ten Tes­ti­mo­ni­als.

John Tur­tor­ro “The Big Lebow­ski”
Nicki Minaj “Rap­pe­rin”
Jes­se Wil­liams “Grey’s Ana­to­my”

Con­rad Elec­tro­nic: “Der ehr­lichs­te Weih­nachts­spot der Welt”

Ehr­li­che und muti­ge Wer­bung im Kon­kur­renz­um­feld all der zahl­rei­chen Weih­nachts­spots, so prä­sen­tiert sich Con­rad Elec­tro­nic 2017 im Fern­se­hen. Eine Per­si­fla­ge an den König aller Weih­nachts­fil­me #heim­kom­men darf natür­lich im Con­rad-Film nicht feh­len. “Könnt Ihr Euch erin­nern — letz­tes Jahr? Der “neue Opa” par­odiert den trau­ri­gen Ede­ka-Opa. Dem­zu­fol­ge prä­sen­tiert der Opa im Con­rad-Spot sei­nen neu­en 3D-Dru­cker. Ein High­light, das sei­ne Fami­lie zu Trä­nen rührt. Und auch ein lang­wei­li­ger Kata­log kann in Sze­ne gesetzt wer­den.

Ver­öf­fent­licht am 30.11.2017
Klicks auf You­Tube (Stand: 09.12.2017): 973.477

Eine Anti-Wer­bung funk­tio­niert auch als Wer­bung. “Wir wis­sen nichts über Wer­bung”, so lau­tet das State­ment Con­rads am Ende des Wer­be­spots. Wirk­lich nicht? Mei­ner Mei­nung nach ver­steht Con­rad sogar sehr viel davon. Anti-Wer­bung, Anti-Main­stream — irgend­wie wit­zig, irgend­wie selbst­iro­nisch, irgend­wie will man sich die­se Wer­bung ein­fach bis zum Ende anse­hen. Dau­men hoch. Das kann man durch­aus mal so machen.

Hei­ne­ken: “A Peace­ful Christ­mas”

Weih­nachts­stress, Stau und dann läuft auch noch alles schief. Schnell noch die letz­ten Vor­be­rei­tun­gen erle­di­gen, bevor der Weih­nachts­be­such kommt. Baum auf­stel­len, Lich­ter­ket­te instal­lie­ren etc. Sicher kennt jeder die klei­nen Tücken, mit der sich jeder Weih­nachts­de­ko­ra­teur pla­gen muss.
Der Spot kommt sehr gut ohne Spra­che aus, denn die Hand­lung ist ein­deu­tig. Mit der erzähl­ten Geschich­te kann sich wohl jeder iden­ti­fi­zie­ren. Eine per­fekt umge­setz­te impli­zi­te Asso­zia­ti­on.

Ver­öf­fent­licht am 07.12.2017
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Die Stu­den­ten der Hoch­schu­le für Fern­se­hen und Film Mün­chen (HFF) haben hier für die Bier­mar­ke Hei­ne­ken einen Weih­nachts­clip im Horn­bach-Stil pro­du­ziert. Am Ende braucht es doch nur ein Hei­ne­ken, dann ist alles gut an Weih­nach­ten. Ob das wirk­lich jeder so emp­fin­det?

Pen­ny: Zeit, sich zu ver­söh­nen.

Der Köl­ner Lebens­mit­tel­dis­coun­ter geht im Ren­nen um das meist­ge­klick­te Weih­nachts­wer­be­vi­deo 2017 mit einer Ver­söh­nungs­in­sze­nie­rung an den Start. Im Gegen­satz zur Kon­kur­renz ver­öf­fent­lich­te Pen­ny den Weih­nachts­film bereits Anfang Novem­ber um in der Flut der vira­len Christ­mas-Ads nicht unter­zu­ge­hen. Der klei­ne zeit­li­che Vor­sprung macht sich deut­lich bemerk­bar. 20 Tage frü­her als Ede­ka ver­öf­fent­licht hat der Ver­söh­nungs­film (Stand 09.12.2017) nahe­zu dop­pel so vie­le Klicks auf You­Tube erreicht, wie die Rei­se in die Zukunft. Hoch­wer­tig pro­du­ziert gleicht der Wer­be­spot schon fast einem Block­bus­ter-Trai­ler.
Prä­di­kat: Sehens­wert.

Ver­öf­fent­licht am 08.11.2017
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Kei­ne Robo­ter, kei­ne Insze­nie­rung von Fabel­we­sen und kei­ne Ani­mes. Pen­ny arbei­tet mit rea­len Men­schen. Men­schen wie du und ich. Men­schen mit augen­schein­lich den sel­ben Pro­ble­men. Pen­nys Aus­sa­ge für Weih­nach­ten: “Zeit, sich zu ver­söh­nen.”

Kauf­land: Wer gut isst, strei­tet nicht.

Was pas­siert, wenn ein Fast-Food-Lieb­ha­ber und ein Gour­met, ein Model und ein Wrest­ler oder das Rot­käpp­chen und der böse Wolf um die Weih­nachts­ta­fel sit­zen?” (Kauf­land, You­Tube).

Ver­öf­fent­licht am 14.11.2017
Klicks auf You­Tube (Stand: 09.12.2017): 5.093.520

Auch Kauf­land, der Lebe­nes­mit­tel­händ­ler aus Neckar­sulm, beschäf­tigt sich mit dem The­ma Ver­söh­nung. Jedoch wird bei Kauf­land die Ver­söh­nungs­ba­sis auf das Essen gelegt. Im Film gibt es eine lan­ge Tafel. An die­ser sit­zen die unter­schied­lichs­ten Men­schen. Ein abso­lut uni­ver­sa­les Ziel­grup­pen­port­fo­lio.

Gale­ria Kauf­hof: Weih­nachts­film 2017

Im Mit­tel­punkt der Weih­nachts­kam­pa­gne von Gale­ria Kauf­hof steht die­ses Jahr der Bär. Der schlaue Bär läd alle Tie­re zum Weih­nachts­fest ein, weil er erkannt hat, dass im Wald kein Frie­den ist. Und wär hät­te es gedacht. Es hat funk­tio­niert. Ani­mier­te Fil­me spre­chen zuerst ein­mal Kin­der an. Die gra­phi­sche Umset­zung des Pop-up-Buchs ist gelun­gen und unter­stützt die Fabel­erzäh­lung. Stellt sich nur die Fra­ge, ob die­se cha­rak­ter­li­che Insze­nie­rung des Tier­reichs wirk­lich eine direk­te Asso­zia­ti­on zum Wer­be­the­ma Weih­nach­ten her­stellt.

Ver­öf­fent­licht am 09.11.2017
Klicks auf You­Tube (Stand: 09.12.2017): 1.922.905

Der Weih­nachts­film ist kei­ne eigen­stän­di­ge Mar­ke­ting­kam­pa­gne, son­dern Bestand­teil einer weih­nacht­li­chen 360-Grad-Kam­pa­gne. Die Tie­re wer­den in die­sem Zusam­men­hang auch in den Filia­len pro­mi­nent insze­niert. Z.B. auf diver­sen Ver­kaufs­flä­chen am POS sowie in den Schau­fens­tern sind aktu­ell die Tie­re aus dem Film plat­ziert. Durch eine spe­zi­ell für die­se Kam­pa­gne ent­wi­ckel­te AR-App (Aug­men­ted-Rea­li­ty) kön­nen Kun­den die Tie­re zum Leben erwe­cken. Im Kon­text der Mul­tich­an­nel-Maß­nah­me ist der Gale­ria Weih­nachts­film ein wir­kungs­vol­les, zen­tra­les Ele­ment im Zuge des Emo­tio­nal Bran­ding.

Ama­zon: Lächeln schen­ken

Zen­tra­les Ele­ment beim Online-Händ­ler Ama­zon sind nicht die Men­schen, auch kei­ne Tie­re und auch kei­ne Pro­dukt­plat­zie­rung. Ama­zons Haupt­dar­stel­ler sind die Pake­te. Mit dem Song “Give a litt­le bit” der Kult-Band Super­tramp wird “kau­fen” und “schen­ken” unter­schwel­lig Nach­druck ver­lie­hen. Die Wer­be­bot­schaft von Ama­zon lau­tet die­ses Jahr zu Weih­na­chen: “Ver­schen­ken Sie die­ses Weih­nach­ten mit Ama­zon ein Lächeln”. Scheint ja recht ein­fach zu sein, wenn schon die Pake­te lächeln. Und genau das ist der Punkt. Das Ama­zon Logo lächelt Men­schen an. Die Pake­te mit der lächeln­den Sym­bo­lik des geschwun­ge­nen Pfeils, von links nach rechts, lächeln Men­schen und vor allem Kin­der an. Dank unse­rer Spie­gel­neu­ro­nen, die jeder Mensch in sich trägt, müs­sen wir reflex­ar­tig mit lächeln, wenn wir in ein lächeln­des Gesicht sehen. Ein viel­fach empi­risch bestä­tig­tes Phä­no­men.

Ver­öf­fent­licht am 05.11.2017
Klicks auf You­Tube (Stand: 09.12.2017): 877.869

Nur ein Lächeln zu schen­ken, ist Ama­zon zu wenig. So gibt es noch eine wei­te­re Vari­an­te des Spots, mit dem Namen “Spiel­zeug & mehr”.
Die Geschenk­idee: Spiel­zeu­ge.
Das Ver­spre­chen: Kos­ten­lo­se Lie­fe­rung für Mil­lio­nen von Arti­keln.

Ama­zon: Spiel­zeug & mehr

Wer bringt die Geschen­ke an Weih­nach­ten? Nicht das Christ­kind, nicht der Weih­nachts­mann, son­dern der Fami­li­en­va­ter. Die­ser Spot hat zahl­rei­che Eltern maß­los ver­är­gert und Ama­zon in den sozia­len Medi­en einen nicht uner­heb­li­chen Shit­s­torm beschert.

Ver­öf­fent­licht am 08.11.2017
Klicks auf You­Tube (Stand: 09.12.2017): 258.160

Ein Fami­li­en­va­ter hat Weih­nachts­ge­schen­ke besorgt und kommt mit die­sen nach Hau­se. Die Geschen­ke sind nicht mit Geschenks­pa­pier ein­ge­packt — nein, es sind schlicht und ein­fach ganz nor­ma­le Ama­zon-Pake­te. Das Christ­kind bzw. der Weih­nachts­mann, wie auch immer, wird ein­fach nicht erwähnt. Und die brin­gen doch eigent­lich die Geschen­ke. Wird Kin­dern, die den Ama­zon-Spot im Fern­se­hen sehen, der Glau­be an Christ­kind und Weih­nachts­mann genom­men? Die bri­ti­sche Zei­tung Dai­ly Mail berich­tet von einem weit­rei­chen­den Shit­s­torm vie­ler Eltern, gegen den Han­dels­rie­sen auf Twit­ter:

  • So, also Ama­zon ist für Weih­nach­ten zustän­dig. Ekel­haft, das Kin­dern, die an San­ta glau­ben, ein Vater gezeigt wird, der mit Ama­zon Geschen­ken her­um rennt. Das killt Weih­nach­ten.”
  • Dan­ke Ama­zon für die Weih­nachts­wer­bung! Eini­ge von uns Eltern wol­len, dass unse­rer Kin­der so lan­ge wie mög­lich noch an etwas glau­ben.”
  • Habt ihr gera­de Kin­dern die Weih­nachts­stim­mung rui­niert, nur um zu ver­kau­fen?”

John Lewis: #Moz­T­he­Mons­ter [2017]

Der König, wenn es um Emo­tio­nal Bran­ding geht, ist ohne Fra­ge John Lewis. Jahr für Jahr erzählt der Ein­zel­händ­ler eine herz­er­grei­fen­de Geschich­te. Im Mit­tel­punkt des dies­jäh­ri­gen Weih­nachts­films #Moz­T­he­Mons­ter ste­hen Joe und ein kusch­li­ges Mons­ter. Die Asso­zia­ti­on zurück in die Kind­heit ist damit her­ge­stellt. Jeder von uns erin­nert sich sicher noch an die kind­li­chen Ängs­te, ein Mons­ter könn­te sich unter dem Bett ver­steckt haben. Unter Joe’s Bett hat sich wirk­lich ein Mons­ter ver­steckt und das schnarcht auch noch erbärm­lich laut. Nach­dem sich Joe von sei­nem ers­ten Schreck erholt hat, freun­det er sich mit dem Kuschel­mons­ter an. Die bei­den haben zusam­men jede Men­ge Spaß — vor allem nachts, wenn alle ande­ren schla­fen. Und tags­über ist Joe müde, weil er nachts kaum geschla­fen hat. Joe’s Freund, Moz schenkt ihm zu Weih­nach­ten etwas beson­de­res, das ihm hilft, end­lich wie­der gut zu schla­fen.

Ver­öf­fent­licht am 09.11.2017
Klicks auf You­Tube (Stand: 09.12.2017): 9.184.423

Wie­der ein­mal ein High­light von John Lewis. Der You­Tube-Gemein­de gefällt das.

John Lewis: .……video #BusterTheBoxer[2016]

John Lewis: .……video #ManIn­The­Moon [2015]

John Lewis: .……video #Mon­ty­The­Pen­gu­in [2014]

Fazit

Emo­tio­nal Bran­ding ist die Basis für jedes vira­le Video und das ganz beson­ders im Kon­text der Weih­nachts­vi­deo-Pro­duk­ti­on. Humor­vol­le Inhal­te haben durch­aus ihre Daseins­be­rech­ti­gung und errei­chen, wis­sen­schaft­lich belegt, eine hohe Wer­be­wir­kung. Nach­denk­lich-emo­tio­na­le Fil­me, wel­che sich der Tona­li­tät Lie­be, Zusam­men­kunft, Fami­lie, Kin­der, Tie­re, Frie­den etc. bedie­nen, sind gera­de an Weih­nach­ten immer einen Schritt vor­aus. Die größ­te Emo­ti­on ist womög­lich die Lie­be und ihr gehört das Weih­nachts­fest.