Die enge­re <span class="amp">&</span> wei­te­re Defi­ni­ti­on des Neu­ro­mar­ke­ting

Die enge­re & wei­te­re Defi­ni­ti­on des Neu­ro­mar­ke­ting

Im Bereich des Neu­ro­mar­ke­ting spricht man häu­fig von einer enge­ren und einer wei­te­ren Defi­ni­ti­on.
Die enge­re Defi­ni­ti­on befasst sich mit dem Ein­satz von appa­ra­ti­ven (bild­ge­ben­den) Ver­fah­ren, wie z.B. dem Hirn­scan­ner. Die wei­ter­te Defi­ni­ti­on hin­ge­gen geht weit dar­über hin­aus. Hier flie­ßen grund­sätz­lich alle Erkennt­nis­se und Metho­den der Hirn­for­schung, der Wer­be­wir­kungs­for­schung, der Psy­cho­lo­gie sowie der Neu­ro­wis­sen­schaf­ten ein.

Alle Insights der enge­ren und wei­te­ren Defi­ni­ti­on sind auf ihre eige­ne Wei­se wich­tig und die­nen als Werk­zeu­ge, um Kom­mu­ni­ka­ti­ons- und Gestal­tungs­maß­nah­men zu pla­nen, umzu­set­zen und zu kon­trol­lie­ren.
Wün­sche, Bedürf­nis­se und Moti­ve der Kon­su­men­ten und gezielt der Ziel­grup­pe, kön­nen mit­hil­fe die­ser Erkennt­nis­se indi­vi­du­ell adres­siert wer­den.

Vor­rei­ter des Neu­ro­mar­ke­ting beim neu­ro­na­len Wer­ben um die Gunst der Kun­den sind zwei­fels­oh­ne Coca-Cola und Pep­si. Im Jahr 2002 — nein, Neu­ro­mar­ke­ting ist kei­ne neue For­schung und auch kei­ne Ein­tags­flie­ge — konn­ten Hirn­for­scher bele­gen, dass die Soft­ge­trän­ke Coca-Cola und Pep­si unter­schied­li­che Gehirn­be­rei­che bei den Kon­su­men­ten akti­vie­ren. Wow. Das war vor mehr als 15 Jah­ren eine bahn­bre­chen­de Erfah­rung, die in der media­len Öffent­lich­keit durch­aus Dis­kus­si­ons­be­darf weck­te. Wie soll das funk­tio­nie­ren? Was machen die Brause­her­stel­ler mit uns Kon­su­men­ten? Wer­den wir viel­leicht sogar mani­pu­liert?

Die Stu­di­en­ergeb­nis­se — enge Defi­ni­ti­on — konn­ten mit­hil­fe bild­ge­ben­de Ver­fah­ren fun­diert wer­den. Coca-Cola gelingt es bes­ser als Pep­si, die Gehr­in­be­rei­che Hip­po­cam­pus als auch das „Arbeits­ge­dächt­nis“ im prä­fron­ta­len Cor­tex anzu­spre­chen und zu akti­ve­ren.

Die enge­re Defi­ni­ti­on

Die gän­gigs­ten Mess­ver­fah­ren im Neu­ro­mar­ke­ting — wei­te­re Defi­ni­ti­on — wur­den im Bei­trag Neu­ro­mar­ke­ting. Ver­fah­ren und Mess­tech­ni­ken. bereits beschrie­ben.

Die wei­te­re Defi­ni­ti­on

Die wei­te­re Defi­ni­ti­on schaut über den Tel­ler­rand der appa­ra­ti­ven Mess­tech­ni­ken.
Es gibt ja noch vie­le offe­ne Fra­ge­stel­lun­gen, wel­che es im Kon­text einer prä­zi­se aus­ge­ar­bei­te­ten Neu­ro­mar­ke­ting-Maß­nah­me zu beach­ten gilt:

Bewusst­sein und das Unbe­wuss­te
— Wel­che Rol­le spielt das Bewusst­sein?
— Was hat es mit den unbe­wuss­ten Ent­schei­dungs­pro­zes­sen auf sich?

Mul­ti­sen­so­ri­sche Ver­ar­bei­tungs­pro­zes­se
— Wie ver­ar­bei­tet das Gehirn audi­tive Rei­ze (HÖREN)?
— Wie ver­ar­bei­tet das Gehirn visu­el­le Rei­ze (SEHEN)?
— Wie ver­ar­bei­tet das Gehirn gusta­to­ri­sche Rei­ze (SCHMECKEN)?
— Wie ver­ar­bei­tet das Gehirn olfak­to­ri­sche Rei­ze (RIECHEN)?
— Wie ver­ar­bei­tet das Gehirn hap­ti­sche Rei­ze (TASTEN)?

Wei­te­re Infos zum The­ma Mul­ti­sen­so­rik fin­den Sie unter:
Codes der Mul­ti­sen­so­rik
sowie
Die Bedeu­tung der Mul­ti­sen­so­rik

Emo­tio­nal-kogni­ti­ve Ver­ar­bei­tungs­pro­zes­se
— Wie ver­ar­bei­tet das Gehirn Print-Anzei­gen und TV-Wer­be­spots?

Neu­ro­lin­gu­is­tik
— Wie ver­ar­bei­tet das Gehirn Spra­che und Text?
— Was gilt es beim Ein­satz von Spra­che und Text zu beach­ten?

Neu­ro­wis­sen­schaft­li­che Per­sön­lich­keits­for­schung
— Was pas­siert im Gehirn von Men­schen, wel­che unter­schied­li­che Pro­dukt- und Mar­ken­prä­fe­ren­zen haben?
— Wel­che Ziel­grup­pen­stra­te­gi­en kön­nen im Kon­text des Neu­ro­mar­ke­ting aus der Ziel­kun­den­seg­men­tie­rung in diver­se Per­sön­lich­keits­ty­pen abge­lei­tet und gene­riert wer­den?

Die Hirn­for­schung zeigt uns, dass der bewuss­te und ratio­na­le Kun­de eine Illu­si­on ist. Kauf­ent­schei­dun­gen fal­len ers­tens weit­ge­hend unbe­wusst und sind zwei­tens immer emo­tio­nal.
Dr. Hans-Georg Häu­sel

Die Begriff­lich­kei­ten Neu­ro­mar­ke­ting und Con­su­mer Neu­ro­sci­ence wer­den von Dr. Häu­sel dif­fe­ren­ziert. Neu­ro­mar­ke­ting bezieht sich auf Anwen­dungs­sche­ma­ta für die Pra­xis. Con­su­mer Neu­ro­sci­ence befasst sich mit der grund­le­gen­den, neu­ro­wis­sen­schaft­li­chen For­schung zum Kauf­ver­hal­ten.

In den Gehir­nen von Män­nern und Frau­en wur­den weit mehr als 200 Unter­schie­de fest­ge­stellt. Die­se Diver­si­fi­ka­tio­nen haben enor­men Ein­fluss auf das Den­ken, die Emo­tio­nen sowie das Ver­hal­ten der Gen­res. Letzt­end­lich sind das alles ent­schei­den­de Ele­men­te, wel­che das Kauf­ver­hal­ten beein­flus­sen.

Las­sen Sie uns anfan­gen, “wei­ter” zu den­ken!


Quel­len:

Häu­sel, Hans-Georg: Neu­ro­mar­ke­ting — Erkennt­nis­se der Hirn­for­schung für Mar­ken­füh­rung, Wer­bung und Ver­kauf, Hau­fe Lex­wa­re; 3. Auf­la­ge, 2014.

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Häu­sel, Hans-Georg: Emo­tio­nal Boos­ting: Die hohe Kunst der Kauf­ver­füh­rung, Hau­fe Lex­wa­re; 2. Auf­la­ge, 2012.

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Häu­sel, Hans-Georg: Brain View: War­um Kun­den kau­fen, Hau­fe Lex­wa­re; 4. Auf­la­ge, 2016.